KO-Tropfen auf der Wiesn: Was ein Getränketest kann

KO-Tropfen auf der Wiesn: Was ein Getränketest kann

Vom 19. September bis 4. Oktober läuft die Wiesn. Jedes Jahr tauchen dann Getränketests gegen K.-o.-Tropfen in Werbung und Ratgebern auf — oft mit Versprechen, die sie nicht halten. Wir verkaufen solche Tests selbst. Deshalb hier, was sie leisten, was sie nicht leisten, und was im Ernstfall tatsächlich hilft.

Warum es ausgerechnet auf der Wiesn so schwer zu erkennen ist

Die Anzeichen einer Betäubungsmittelbeibringung ähneln dem, was auf einem Volksfest ohnehin überall zu sehen ist: plötzliche Schläfrigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erinnerungslücken, Kontrollverlust. In einem Festzelt fällt das niemandem auf. Es wirkt wie eine Maß zu viel.

Dazu kommt: Wer betroffen ist, kann das selbst meist nicht mehr einordnen. Die Wirkung setzt schnell ein, und das Urteilsvermögen ist genau dann beeinträchtigt, wenn man es bräuchte. Deshalb ist die Begleitung entscheidender als jeder Test. Wer merkt, dass eine Person aus der Gruppe sich innerhalb kurzer Zeit auffällig verändert, sollte reagieren — auch auf die Gefahr hin, sich zu irren.

Was ein Getränketest kann — und was nicht

Unser KO-Tropfentest ist eine Karte in Streichholzschachtelgröße mit zwei Testfeldern. Ein Tropfen des Getränks auf jedes Feld, zwei Minuten warten, eine Verfärbung nach Dunkelblau zeigt einen Treffer an. 4,90 €.

Und jetzt der Teil, den Sie in den meisten Produktbeschreibungen nicht finden:

Drei Einschränkungen, die Sie kennen müssen
  • Der Test erkennt zwei Substanzen: GHB und Ketamin. Es gibt deutlich mehr Stoffe, die zur Betäubung eingesetzt werden — Benzodiazepine etwa erkennt er nicht.
  • Die häufigste K.O.-Substanz ist Alkohol selbst. Ein zusätzlich in den Drink gekippter Schnaps wird von keinem Teststreifen der Welt angezeigt.
  • Ein negativer Test beweist nichts. Er sagt nur: in diesem Tropfen, zu diesem Zeitpunkt, keine dieser beiden Substanzen. Wenn Ihr Gefühl etwas anderes sagt, zählt Ihr Gefühl.

Ein Test ist ein Hilfsmittel zur Klärung eines Verdachts. Er ist keine Schutzmaßnahme, und niemand hat etwas falsch gemacht, weil er keinen dabeihatte. Die Verantwortung für eine Betäubungsmittelbeibringung liegt ausschließlich bei der Person, die sie begeht.

Hilfe direkt auf der Theresienwiese

Das Wichtigste vorweg: Bei akuter Bewusstseinstrübung ist das ein medizinischer Notfall. Nicht abwarten, nicht „ausschlafen lassen".

Anlaufstellen während der Wiesn

Sanitätsstation im Servicezentrum
Die zentrale medizinische Versorgung auf dem Festgelände. Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen direkt dorthin oder eine Servicekraft im Zelt ansprechen.
„Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*" — Safe Space
Ebenfalls im Servicezentrum, Zugang über den Eingang „Erste Hilfe". Dort arbeiten Psychologinnen und Sozialpädagoginnen. Sie bieten einen sicheren Ort zum Warten, organisieren den Heimweg oder ein Taxi, stellen einen kostenlosen Begleitservice und gehen auf Wunsch mit zur Polizei. Geöffnet täglich ab 18 Uhr, freitags, samstags, sonntags und am 2. und 3. Oktober bereits ab 15.30 Uhr, jeweils bis 1 Uhr.
Notruf
112 für den Rettungsdienst, 110 für die Polizei. Auf dem Festgelände gibt es eine eigene Polizeiwache.

Wenn der Verdacht erst später aufkommt

Viele merken erst am nächsten Morgen, dass etwas nicht stimmte — Erinnerungslücken, die sich nicht mit der getrunkenen Menge erklären lassen. Dann zählt vor allem eines: Zeit. GHB und die meisten verwandten Substanzen sind nur wenige Stunden in Blut und Urin nachweisbar.

Was in diesem Fall zu tun ist, wie eine anonyme Spurensicherung funktioniert und warum eine Urinprobe eingefroren werden sollte, haben wir ausführlich beschrieben: K.-o.-Tropfen nachweisen — wie lange bleibt Zeit?

Auch nach Wochen ist noch etwas möglich: Über eine Haaranalyse lässt sich ein zurückliegender Zeitraum untersuchen, wenn eine unmittelbare Probe nicht mehr vorliegt. Das ersetzt keine sofortige Spurensicherung, ist aber besser als keine Klärung.

Für Wirte, Veranstalter und Awareness-Teams

Wer eine Location betreibt oder ein Awareness-Team stellt, kann Getränketests als sichtbares Präventionssignal einsetzen — personalisiert und in Mengen. Sichtbarkeit wirkt dabei mehr als der Test selbst: Sie zeigt, dass hingeschaut wird. Details dazu auf unserer Seite zur K.-o.-Tropfen-Prävention für Veranstaltungen.

KO-Tropfentest für die Tasche

Zwei Testfelder, Ergebnis in zwei Minuten, 4,90 €. Mit den Einschränkungen, die oben stehen.

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